dieUmweltDruckerei
12. August 2021

 

Tugçe Kılıçtas von Musik von den Elbinseln spricht mit Nachhaltigkeitsleiter Dr. Kevin Riemer-Schadendorf über dieUmweltDruckerei und seine besondere Beziehung zu Wilhelmsburg.

 

Moin Kevin! Du bist ja der Nachhaltigkeitsleiter der UmweltDruckerei. Du kannst uns sicherlich erklären, wer dieUmweltDruckerei eigentlich genau ist?

Ja klar, sehr gerne, Tugçe! Also dieUmweltDruckerei ist eine ökologische Online-Printplattform. Bei uns steht Nachhaltigkeit an erster Stelle. Wir verwenden ausschließlich 100 % Recyclingpapiere. Die von uns eingesetzten Druckfarben sind vegan und die mineralölhaltigen Bestandteile sind durch Zutaten auf Basis nachwachsender Rohstoffe ersetzt. Wir arbeiten mit Strom aus erneuerbaren Energien. Alle unvermeidbaren CO2-Emissionen, die im gesamten Druckprozess und beim Versand entstehen, kompensieren wir und unsere Partner:innen durch Investitionen in Klimaschutzprojekte. Zudem engagieren uns für soziokulturelle Projekte und den Artenschutz.

Was sind dabei die konkreten Ziele der UmweltDruckerei?

Primär will dieUmweltDruckerei natürlich im Sinne der Nachhaltigkeit für jede und jeden einen qualitativ hochwertigen Online-Druck zu fairen Preisen ermöglichen. Darüber hinaus möchten wir über unsere sozialen Medien und unseren Blog mehr Aufmerksamkeit für nachhaltige Themen generieren, um möglichst viele Menschen für die Themen Klima-, Natur- und Artenschutz zu motivieren.

Kannst du uns mehr über euer Team und Netzwerk erzählen?

Wir kooperieren in einem Nachhaltigkeitsnetzwerk. Das heißt, wir sitzen nicht gemeinsam neben einer Druckmaschine und warten bis uns potenzielle Kund:innen anrufen. Das Prinzip funktioniert ökonomisch längst nicht mehr. Vielmehr arbeiten wir mit vielen Partner:innen und Spezialist:innen deutschlandweit zusammen. Wie in einem großen Team bringt jede:r seine Fähigkeiten mit ein, um das bestmögliche ökologisch-ökonomische Ergebnis zu erzielen. Die Produktion und Weiterverarbeitung erfolgen in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Bayern. Die Bio-Farben kommen aus Stuttgart und unser Recyclingpapier größtenteils aus Österreich. Die Verwaltung sitzt in Hannover. Die Kundenberatung sitzt teilweise an der Ostsee. Familienfreundliches Homeoffice haben wir schon lange vor der Corona-Pandemie etabliert. Durch diese Zusammenarbeit sind unsere nachhaltigen Printprodukte günstiger, klimafreundlicher und qualitativ hochwertiger.

Wie umfangreich ist euer ökologisches Angebot?

Wir drucken nicht auf Textil oder anderen Materialien, sondern ausschließlich auf 100 % Recyclingpapier. In diesem Kontext bieten wir alles von Postkarten und Flyer über Broschüren und Plakate bis hin zu Kalendern und Aufklebern an.

Können andere soziale Einrichtungen oder kulturelle Veranstaltungen als Kund:innen bei euch Vorteile genießen?

Gemeinnützige Organisationen und Nichtregierungsorganisationen haben bei uns beispielsweise einen eigenen NGO-Shop, worüber sie mit reduzierter Mehrwertsteuer drucken können. Sie drucken somit über uns nicht nur grün, sondern sparen zudem 12 % Mehrwertsteuer. Wir sind zudem immer offen für individuelle Kooperationen in den Bereichen Soziales, Umwelt und Kultur. Insbesondere wenn nachhaltige Projekte eher aus der Nonprofit-Ecke kommen. Daher kooperieren wir auch mit euch, da ihr genau in dieses Spektrum passt. Euer Projekt repräsentiert Musik und Kunst aus einer hyperdiversen Nachbarschaft. Um es mal so auszudrücken: Veddel und Wilhelmsburg sind eben nicht Blankenese und Harvestehude. Euer Bezirk hat vielleicht nicht so viel finanziellen Spielraum wie diese Stadtteile, aber euer Festival macht dies locker wieder wett mit viel Leidenschaft und Kreativität.

Vielen Dank für das Kompliment! Zum Schluss eine persönliche Frage. Du hast meiner Kollegin Alena erzählt, dass du eine ganz besondere Beziehung zu Wilhelmsburg hast? Magst du uns verraten, warum?

Ja, das stimmt. Als Ur-Hamburger lebe und arbeite ich seit jeher in der Hansestadt. Meine Familie mütterlicherseits kommt aus Wilhelmsburg. Sie war 1962 besonders von der Sturmflut betroffen, da sie schutzlos in einer Kleingartenkolonie in der Nähe der Wilhelmsburger Dove-Elbe wohnte. So ein tragisches Ereignis verbindet natürlich ein Leben lang. Heutzutage wohne ich zwar in St. Georg, aber ich bin immer mal wieder in Wilhelmsburg. Natürlich habe ich auch schon früher die 48h Wilhelmsburg-Veranstaltungen besucht. Grundsätzlich mag ich an dem Stadtteil den entspannten Inselpark mit seinen Sportangeboten sowie essenstechnisch das Reiherstiegviertel. Speziell liebe ich den Uferpark mit seinen vielen kulturellen Veranstaltungen wie das MS Artville oder Festivals wie das MS Dockville oder den Vogelball. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf eure Kunst- und Musikangebote im September. Da werde ich auf jeden Fall wieder vorbeischauen!

Dr. Kevin Riemer-Schadendorf von dieUmweltDruckerei